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Meldungsarchiv

Informationen zum Energieausweis

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) verlangt bereits seit 2007 die Erstellung von Energieausweisen für bestehende Gebäude, wenn diese vermietet oder verkauft werde sollen. Mit der am 01.05.2014 in Kraft getretenen Novelle der EnEV wurde diese Ausweispflicht präzisiert und eine neue Regelung zu Pflichtangaben in Immobilienanzeigen eingeführt.

Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Informationen zum Energieausweis für Planer und Handwerker zusammengestellt:

Was ist ein Energieausweis?
Der Energieausweis ist ein Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes beschreibt. Er gibt einen Energiekennwert an, der es ermöglicht, Gebäude energetisch zu beurteilen und zu vergleichen.
Damit dient er der Information von potenziellen Käufern oder Mietern und hilft diesen, den Energiebedarf einer Immobilie bei Ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

Welche Arten des Energieausweises gibt es?
Man muss zwischen Energieausweisen für Wohn- und Nichtwohngebäude unterscheiden. Beide können sowohl auf Basis des berechneten Energiebedarfs als auch auf der Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs ausgestellt werden.

Für Neubauten sowie bei Modernisierungen, An- oder Ausbauten, in deren Verlauf eine ingenieurmäßige Berechnung des Energiebedarfs des gesamten Gebäudes erfolgt, müssen Energieausweise auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs ausgestellt werden.
Für Bestandsgebäude - Wohn- wie Nichtwohngebäude – können Energieausweise sowohl auf der Grundlage des ingenieurmäßig berechneten Energiebedarfs als auch auf der Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs erstellt werden.

Eine Ausnahme gilt für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, für die ein Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde. Hier muss ein Bedarfsausweis ausgestellt werden, es sei denn beim Bau selbst oder durch spätere Modernisierung wird mindestens das Wärmeschutzniveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreicht.

Wie sieht der Energieausweis aus?
Der Aufbau und Inhalt von Energieausweisen ist einheitlich. Der Energieausweis enthält auf fünf Seiten die wesentlichen Gebäudedaten, das „Energielabel“ sowie leicht verständliche Vergleichswerte und Modernisierungsempfehlungen. Entsprechende Formularmuster sind in den Anlagen 6 bis 9 der EnEV enthalten.

In welchen Fällen muss ein Energieausweis ausgestellt werden?
Wenn Gebäude oder ein Teil eines Gebäudes (Wohnung, Nutzeinheit) neu gebaut, verkauft, verpachtet, vermietet oder geleast werden. Bei der Besichtigung oder spätestens Nachfrage ist potenziellen Käufern oder Mietern ein Energieausweis vorzulegen.

Bei Modernisierungen, An- oder Ausbauten muss nur dann ein Energieausweis ausgestellt werden, wenn im Zuge der Modernisierung eine ingenieurmäßige Berechnung des Energiebedarfs des gesamten Gebäudes erfolgt, die eine kostengünstige Ausstellung des Ausweises ermöglicht.

Wenn sich in einem Gebäude mehr als 500 m² (ab 08.07.2015 mehr als 250 m²) Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der auf einer behördlichen Nutzung beruht, muss ein Energieausweis öffentlich ausgehängt werden.

Gleiches gilt für privatwirtschaftliche Gebäude, in denen sich mehr als 500 m² Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der nicht auf einer behördlichen Nutzung beruht. Hier muss ein Energieausweis ausgehangen werden, wenn ein solcher Ausweis vorliegt.

Ein Energieausweis ist nach Ausstellung 10 Jahre lang gültig. Für denkmalgeschützte Gebäude müssen bei Verkauf oder Vermietung keine Energieausweise ausgestellt werden. Gleiches gilt für Gebäude, die nicht in den Anwendungsbereich der EnEV fallen, z.B. unbeheizte Gebäude wie Garagen.

Wer darf Energieausweise ausstellen?
Die Ausstellungsberechtigung für Energieausweise für Neubauten bleibt weiterhin Landesrecht. Die Bundesländer erlassen jeweils eigene Durchführungs- bzw. Umsetzungsverordnungen zur EnEV. Danach sind in der Regel die sogenannten Bauvorlageberechtigen oder z.B. in NRW die "staatlich anerkannten Sachverständigen für Schall- und Wärmeschutz" ausstellungsberechtigt.
Für Energieausweise in Bestandsgebäuden gibt es eine bundeseinheitliche Regelung, wobei zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden unterschieden wird. Nach §21 der EnEV müssen Aussteller eine „baunahe“ Ausbildung als Eingangsqualifikation absolviert haben.

Zur Ausstellung von Energieausweisen für Wohn- und Nichtwohngebäude sind berechtigt:
1. Personen mit berufsqualifizierenem Hochschulabschluss in den Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik (oder einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbildungsschwerpunkt auf einem der oben genannten Gebiete).

Darüber hinaus sind ausschließlich für die Ausstellung von Energieausweisen für Wohngebäude berechtigt:
2. Personen mit berufsqualifizierenem Hochschulabschluss in der Fachrichtung Innenarchitektur,
3. Personen, die für ein zulassungspflichtiges bau-, ausbau- oder anlagentechnisches Gewerbe oder für das Schornsteinfegerwesen die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle erfüllen;
Handwerksmeister der zulassungsfreien Handwerke dieser Bereiche;
- Personen, die auf Grund ihrer Ausbildung berechtigt sind, ein solches Handwerk ohne Meistertitel selbständig auszuüben,
4. staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker , deren Ausbildungsschwerpunkt auch die Beurteilung der Gebäudehülle, die Beurteilung von Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen oder die Beurteilung von Lüftungs- und Klimaanlagen umfasst.

5. Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder zur Unterzeichnung von bautechnischen Nachweisen des Wärmeschutzes oder der Energieeinsparung bei der Errichtung von Gebäuden berechtigt sind, im Rahmen der jeweiligen Nachweisberechtigung,

Zusätzlich zur Eingangsqualifikation müssen diese Aussteller eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

- während des Studiums ein Ausbildungsschwerpunkt im energiesparenden Bauen oder
- eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus oder
- eine absolvierte Fortbildung nach den Vorgaben der Anlage 11 der EnEV oder
- eine öffentliche Bestellung als vereidigter Sachverständiger im Bereich energiesparendes Bauen oder in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus.

Eine Liste von Ausweisausstellern finden Sie bei der deutschen Energie-Agentur. 

Wie wird ein Energieausweis ausgestellt?
Energieausweise werden in der Regel für das gesamte Gebäude und nicht für einzelne Gebäudeteile oder Wohnungen erstellt. Ausnahmen gibt es nur für Wohngebäude, bei denen ein nicht unerheblicher Teil
nicht für Wohnzwecke oder wohnähnliche Zwecke genutzt wird. In diesen Fällen ist je ein Energieausweis für den Wohngebäudeteil und für den Nichtwohngebäudeteil zu erstellen.

Bei Neubauten werden die Planungsdaten für die Erstellung des Energieausweises genutzt. Der Energieausweis muss hier unmittelbar nach Fertigstellung auf der Basis der energetischen Eigenschaften des fertig gestellten Gebäudes erstellt werden.

Bei bestehenden Gebäuden werden in der Regel bei einem Ortstermin die notwendigen Gebäudedaten (wie z.B. Maße, Verbrauchsdaten, energetische Qualität der Außenbauteile und der Heizungsanlage) aufgenommen und auf dieser Grundlage der Energieausweis und die Modernisierungsempfehlungen erstellt. Zusätzliche Regeln zur Vereinfachung der Datenaufnahme und der Berechnung wurden in den Bekanntmachungen zur EnEV veröffentlicht, die Sie hier herunterladen können.

Nach der EnEV ist es aber auch zulässig, dass der Eigentümer
die notwendigen Daten selbst erhebt und an den Aussteller übermittelt. Dieser kann dann auf Grundlage der übermittelten Daten einen Energieausweis ausstellen, es sei denn, er hat nach Prüfung der Daten Zweifel an deren Richtigkeit.

Seit dem 01.05.2014 müssen alle neu ausgestellten Energieausweise mit einer Seriennummer versehen werden, die von der EnEV-Registrierstelle des DIBt vergeben werden.

Für die Ausgabe der ausgefüllten Energieausweisformulare ist eine vom BBSR entwickelte Druckapplikation erforderlich.

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