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Meldungsarchiv

Klimaschutzgesetz NRW: Ansporn für mehr „Bewegung“ in der Bauwirtschaft

Manfred Rauschen, Geschäfts- führer des Öko-Zentrums NRW

Monatelang wurde in Nordrhein-Westfalen intensiv darüber diskutiert, Anfang des Jahres hat es der Landtag beschlossen: das NRW-Klimaschutzgesetz. Das erste Gesetz seiner Art mit festen Minderungszielen und einer Strategie zur Beherrschung der Folgen des Klimawandels ist also in Kraft. Welche Auswirkungen hat es für die Bauwirtschaft?

Große – denn schauen wir einmal in den Inhalt: Die klimaschädlichen Treibhausgase sollen bis 2020 um 25 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden. NRW als industrielles Kernland sieht vor allem in technischen Innovationen die Möglichkeit, Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang zu bringen. Naturgemäß kommt in dem Gesetz auch dem Gebäudebereich mit seinem hohen Anteil an den CO2-Emissionen (in Europa 40 Prozent) eine Schlüsselrolle zu. Schnelles Handeln ist gefordert, will man der Zielvorgabe für 2020 noch gerecht werden.

Die schon auf den Weg gebrachten 22 Einzelmaßnahmen werden sicher nicht annähernd dafür ausreichen. Geplant ist daher, zur Umsetzung der verankerten Ziele einen Klimaschutzplan aufzustellen und mit einer Vielzahl an Maßnahmen den Energiehunger der Gebäude zu drosseln. Arbeitsgruppen von Fachleuten und Interessenverbänden arbeiten schon seit Herbst 2012 an Maßnahmen sowie deren Bewertung und berechnen die Wirkung auf die Entwicklung der Klimagasvolumina.

Im Neubau gibt schon die EU-Gebäuderichtlinie mit ihrem Anspruch, bis zum Dekadenende Niedrigst-Energie-Standards zur Pflicht zu machen, die Taktfolge vor. Die große Aufgabe liegt aber weiterhin im Gebäudebestand. Wie lässt sich die Sanierungsquote in Deutschland von aktuell nicht einmal einem Prozent auf zwei anheben? Geld allein ist dafür nicht ausreichend, wie die bestehenden Milliardenförderungen auf Bundesebene zeigen. Die Bauwirtschaft sollte sich mehr „bewegen“, denn Bewegung tut nicht nur im medizinischen Sinne gut. So ist Kreativität gefragt, um die Bauherren zu Investitionen zu motivieren. Sie sind ein Spiegel der Bevölkerung, was Einkommen, Bildung, Herkunft und Interessen betrifft. Im Umkehrschluss müssen Bauherren deutlich zielgruppenspezifischer angesprochen werden. Das ist übrigens auch eine langjährige Erfahrung des Öko-Zentrums NRW. So wurde in Hamm gerade ein Projekt in einer Zechensiedlung abgeschlossen, in der der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund nahezu 90 Prozent beträgt. Aus Anbietersicht wohl keine klassische „Zielgruppe“, aber eben eine, die sich auch erreichen lässt – wenn man es denn richtig anstellt.

Gleichzeitig muss an der einschlägigen Kompetenz aller Baubeteiligten intensiv weitergearbeitet werden. Auch liegt der Fokus noch zu sehr auf den Wohngebäuden, während es bei Bürobauten, Schulen oder Handelsimmobilien noch an Strategien und Kompetenzen mangelt.

Am wichtigsten aber scheint ein Konsens hinter hoch ambitionierten Zielen zu sein. Nur wenn Partikularinteressen hinten angestellt werden und ein gemeinsames Tun aller bauwirtschaftlichen Akteure erfolgt, sind ambitionierte Ziele zu erreichen.

Leider wird sich die Öffentlichkeit bis zur Veröffentlichung des Klimaschutzplans mit seinen Maßnahmen und dem Zielerreichungsgrad noch einige Zeit gedulden müssen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zum Klimaschutzplan werden dem Landtag erst im kommenden Frühjahr vorgelegt. Infos zum Klimaschutzgesetzt NRW gibt es unter: https://www.umwelt.nrw.de/klima/klimaschutzgesetz-nrw/index.php

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