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Eines ist sicher: die Feuchteschäden!

Aus früheren Zeiten haben genau diejenigen Bauweisen bis in unsere Zeit überdauert, deren Dauerhaftigkeit und insbesondere deren Feuchteschutz den Wandel der verschiedenen auf ein Gebäude einwirkenden Einflüsse ausgehalten haben. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstand die systematische Bauforschung. Produkte konnten nun spezifischer und zielführender entwickelt und eingesetzt werden. Gleichzeitig schwand aber auch die Zeit, die einem blieb, um auf nicht erkannte "Nebenwirkungen" zu reagieren. Für die Dauerhaftigkeit von Gebäuden und den Feuchteschutz bedeutete das zwar durchaus einige Verbesserungen, nur wurden diese durch die zusätzlich entstandenen Risiken wieder "aufgehoben".

Heute sind wir wissenschaftsbestimmt und nutzen beispielsweise Simulationen, um negative Effekte schon zu erkennen, bevor ein Gebäude überhaupt gebaut wird. Ein bisher nie dagewesener Umfang von Normen soll zudem für Qualität beim Bauen sorgen. Die seit den 1950er Jahren anhaltende Verbesserung des Wärmeschutzes bis hin zum Passivhaus führte allerdings keineswegs dazu, dass der Schimmelbefall aus den Wohnungen verschwand. Auch mit dem Einbau von Lüftungsanlagen ist ein Schimmelbefall keinesfalls ausgeschlossen.

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: In gut gedämmten Gebäuden, in denen die Bauteiloberflächen ausreichend erwärmt werden können und in denen die Feuchtefreisetzung in einem ausgewogenen Verhältnis zur Lüftung steht, ist keine Schimmelpilzbildung zu erwarten – sofern auch alle anderen Feuchteursachen auszuschließen sind.

Wenn Ihnen diese raumklimatischen Zusammenhänge vertraut sind, wissen Sie wahrscheinlich auch wie schwer es ist anderen – und seien es die eigenen Familienmitglieder – ein angemessenes Heizungs- und Lüftungsverhalten schlüssig zu erklären.

Neben den Schwierigkeiten bei der Nutzung gibt es generell die drei Grundsätze des Bauens, von denen immer mindestens einer anzuwenden ist, um "Unsinn" in der Praxis zu vermeiden:

  1. Das haben wir immer schon so gemacht.
  2. Das haben wir noch nie so gemacht.
  3. Das kann Keiner bezahlen.


Was ist aus dieser Situation nun insgesamt zu folgern? Irgendwie sind wir alle überfordert – natürlich systembedingt und nicht persönlich: die Planer, die Handwerker, die Nutzer, ja selbst die Sachverständigen. Es gibt ja nicht überall Feuchteschäden – übertreiben soll man nun auch wieder nicht. Aber von Feuchte­schäden können immerhin viele Gutachter, Sanierungsplaner und Betriebe gut leben. Sie könnten aber auch zur Prävention beitragen. Wie hatte ein Bauphysiker mal gesagt: bei schwierigen Projekten holt man uns immer. Wenn man in der Planung den Feuchteschutz vergessen hat, kommen wir als Schadensgutachter.

Zurück zum Nutzer: Warum bleibt beharrlich der Bestandsschutz erhalten, wenn in das bauphysikalische System einer Bauart eingegriffen wird – z. B. durch Änderungen an Bauteilen oder der Nutzung? Wer heute in ein unverändert gebliebenes Haus von 1945 einzieht, sollte sein Wohnungsverhalten nicht an diese Zeit anpassen müssen, um schimmelfrei leben zu können – Ihre Mitmenschen werden es Ihnen sicher danken, wenn Sie sich nicht auf einen Badetag in der Woche beschränken.

Ach ja, die Normen sind natürlich auch noch anzusprechen: Wenn Planungsverfahren schon genormt werden, dann sollte Schimmel aber doch bitte nicht mit den Simplifizierungen einer DIN 1946-6 vermeintlich ausgeschlossen werden. Unsere Welt ist bunt: mit vielfältigen Lebensformen und -kulturen, sich wandelnden Umwelteinflüssen und all den Bauprodukten, die die Bauregelliste zulässt. Simulationswerkzeuge und eine höhere planerische Schadenstoleranz zur Schimmelvermeidung wären da zukunftsweisender.

Mehr Qualität im Feuchteschutz treibt die Baukosten in die Höhe? Dann stelle man sich aber auch die Frage nach den Sanierungskosten, die durch mangelnde Qualität im Nachhinein folgen. Oder kennen Sie nicht auch solche Fälle, wo ein von Pilzen befallener Dachstuhl abgerissen werden musste, eine nachträgliche Innenabdichtung auszuführen ist, ständige Mieterwechsel stattfinden, oder ein "saniertes" Fachwerk­haus nur noch abzureißen war? Im Kern ist jeder Feuchteschaden eine Trivialität – so wie eine Erkältung, die man theoretisch auch nicht haben müsste, aber doch immer wieder mal hat.

War noch was? Vielleicht die Frage, ob wir die Feuchteschäden irgendwie einmal loswerden können. Ich glaube ehrlich gesagt, dass wir bei der Entwicklungsdynamik in den Bauweisen schon froh sein können, wenn sie einfach nicht weiter zunehmen.

Und wenn sie Lust haben: am 10. Mai 2012, am Tag vor dem 4. Deutschen Baugerichtstag in Hamm, veranstaltet das Öko-Zentrum NRW einen Kongress zum Feuchteschutz mit kompetenten Referenten aus ganz Deutschland. Wir wollen dabei den Nutzer in den Vordergrund stellen:

  • Sind die Planungsgrundlagen ausreichend auf die Praxis abgestimmt?
  • Welche Umsetzungsprobleme und systemtypische Schadensbilder gibt es?
  • Was sollte sich ändern und wer ist davon betroffen und kann dies bewirken?


Mehr zum Programm und ein Anmeldeformular zum Kongress finden sie hier. Über Ihre Teilnahme freut sich das Team vom Öko-Zentrum NRW und

Ihr Jürgen Veit

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